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Die Landschaft des Noordoostpolder entstand 1936 auf dem Reißbrett der Planer: gerade Linien und eine straffe Gliederung von Natur, landwirtschaftlichen Flächen und den Dörfern rund um Emmeloord. Künstler schufen später in dieser weitläufigen Landschaft beeindruckende Landschaftskunstwerke: PIER+ HORIZON und Deltawerk//.

Gewonnenes Land unter dem Meeresspiegel

Keine niederländische Landschaft ist stärker von Menschenhand geprägt als die von Flevoland, das auf dem Grund der ehemaligen Zuiderzee und gut vier Meter unter dem Meeresspiegel liegt. Dieses weltweit größte Eindeichungsprojekt, das als wichtigste Nahrungsmittelversorgung für die Niederlande konzipiert wurde, entstand von Anfang bis Ende am Reißbrett: mit präzise eingezeichneten landwirtschaftlichen Flächen, Straßen und Wasserwegen. Im Noordoostpolder wurden sogar die Stadt und die Dörfer so eingezeichnet, dass – zu einer Zeit, als viele Menschen noch keine Autos besaßen – jedes Dorf in Fahrradentfernung zur „Großstadt“ Emmeloord lag. Auch die Natur erhielt ihren Platz, und obwohl sie hier noch recht jung ist, sieht man das den üppigen Wäldern und den weitläufigen Naturschutzgebieten nicht an.

    Schwarz-Weiß-Foto, das vier Männer bei der Bodenbearbeitung im Noordoostpolder zeigt.
    Aufgrund der weitläufigen Flächen in ganz Flevoland wurden über die gesamte Provinz verteilt nicht weniger als zehn „Land-Art“-Objekte geschaffen: Landschaftskunstwerke, bei denen der Künstler die Landschaft selbst verändert oder nutzt, um eine neue Raumerfahrung zu schaffen. Zwei dieser Kunstwerke finden Sie im Noordoostpolder.

    Deltawerk//: Kunst im Wasser

    „Deltawerk//“ ist ein gigantisches Kunstwerk im Wasser des Waterloopbos in Marknesse. Mit „Deltawerk//“ würdigen die Künstler die Hunderte von hydrologischen Untersuchungen, die im vergangenen Jahrhundert im Waterloopbos durchgeführt wurden. Inspirationsquelle für das Kunstwerk ist der Deltagoot, der Ende der 1970er Jahre im Wald errichtet wurde. In diesem fast 200 Meter langen Betonkoloss konnten meterhohe Wellen erzeugt werden, mit denen unter anderem das Sturmflutwehr in Zeeland getestet wurde. Daher der Name „Deltawerk//“. Der Beton, der einst in einer geraden, straffen Linie verlief, steht nun schief und krumm. Darauf wachsen Pflanzen wie (Krusten-)Moose und Farne, die das Kunstwerk langsam grün färben.

    Erfahren Sie mehr über das Deltawerk//
      Ein Mann betrachtet große Betontafeln, die manchmal kreuz und quer stehen. Die ursprüngliche Funktion dieser Platten war eine Delta-Rinne. Dies steht im Waterloopbos im Noordoostpolder.

      Erleben Sie die Weite von PIER+HORIZON

      Etwas versteckt hinter einem Acker und dem Zwartemeerdijk bei Kraggenburg liegt das Landschaftskunstwerk PIER+HORIZON. Der meterlange Steg im Zwarte Meer ist von schwimmenden, mit Schilf bewachsenen Kraggen umgeben. Das Werk sagt etwas über die Landschaft und die Geschichte des Noordoostpolder aus. Der Steg knüpft an den Wellenbrecher an, der bereits vor der Landgewinnung in Richtung der nahegelegenen Vogeleiland führte. Und der Horizont sagt etwas über die Weite aus; im Noordoostpolder hat man den Horizont stets im Blick. Ein großer Teil des Zwarte Meer ist Naturschutzgebiet. Das wird einem sofort bewusst, wenn man bei PIER+HORIZON steht. Wenn man über das Wasser blickt, sieht man Tausende von Vögeln auf und rund um das Wasser, wie zum Beispiel die seltene Großes Rohrsänger.

      Erfahren Sie mehr über PIER+HORIZON
        Ein Deich mit einem Steg über das Wasser dahinter. Im Hintergrund können Sie die untergehende Sonne in Kraggenburg im Noordoostpolder sehen.