Ein dreihundert Jahre altes Wrack, inmitten von Zwiebeln, Tulpen und Kartoffeln. Ein vertrauter Anblick in Flevoland. Im Boden hier, dem ehemaligen Grund der Zuiderzee, sind Hunderte von Wracks gesunken. Mehr als 450 sind inzwischen gefunden worden. Das macht Flevoland zum größten Schiffsfriedhof der Welt.
Als die Zuiderzee hier noch regierte, fuhren Schiffe ein und aus, um Handel zu treiben. So auch die ...
Ein dreihundert Jahre altes Wrack, inmitten von Zwiebeln, Tulpen und Kartoffeln. Ein vertrauter Anblick in Flevoland. Im Boden hier, dem ehemaligen Grund der Zuiderzee, sind Hunderte von Wracks gesunken. Mehr als 450 sind inzwischen gefunden worden. Das macht Flevoland zum größten Schiffsfriedhof der Welt.
Als die Zuiderzee hier noch regierte, fuhren Schiffe ein und aus, um Handel zu treiben. So auch das sehr wahrscheinliche britische Handelsschiff, das nach der Ausgrabung Queen Anne genannt wurde. In der Tat wurden in dem Schiffswrack zwei seltene königliche Portraitlöffel aus London gefunden. Die Oberseite der Stiele zeigt deutlich die nach links gerichtete Porträtbüste von Königin Anne. Anne war die Schwester von Maria Stuart, der Ehefrau des niederländischen Statthalters und späteren englischen Königs Wilhelm III. (1650-1702). Königin Anne folgte Wilhelm III. nach dessen Tod im Jahr 1702 und war bis 1707 Königin von England und Schottland und danach bis zu ihrem Tod am 1. August 1714 Königin von Großbritannien.
Obwohl viele weitere Utensilien gefunden wurden (Olivengläser, noch gefüllte Weinflaschen, Trauben und Pfirsiche), ist von dem Schiff selbst fast nichts mehr übrig. Dies ist zum Teil auf das extrem heiße Wetter während der Ausgrabung 2018 zurückzuführen, das dazu führte, dass das Holz vollständig austrocknete und pulverisierte. Und Geld für die Konservierung war leider nicht vorhanden. Glücklicherweise erhielten die Schiffsbalken am Rande des Naturschutzgebiets Schoterveld eine neue Bestimmung in Form eines Denkmals. Die 1,5 Meter hohen Dachstühle des Schiffes wurden etwa 50 cm eingegraben und zeigen heute die Konturen dieses für die Zuiderzee außergewöhnlich großen Schiffes in der Landschaft an.